Marshal Crown – Band 47
Es war kurz vor Mittag, als ein Mann mit tief in die Stirn gezogenem Hut die Schalterhalle der City-Bank von Amarillo betrat. Außer dem Kassierer und einem älteren, grauhaarigen Kunden war um diese Zeit deshalb niemand mehr in der Bank.
Der Mann, der die typische Tracht eines Weidereiters trug, blickte sich einen Moment lang um und ging dann mit federnden Schritten auf den vergitterten Kassenschalter zu, wo Bob Wellingham, der Kassierer der City-Bank, gerade einen missmutigen Blick auf seine silberne Taschenuhr warf.
Es gab nichts, was Wellingham mehr hasste als Leute, die eine Minute vor Schalterschluss noch die Bank betraten, und erst recht hasste er es, wenn es sich dabei auch noch um einen Fremden handelte. Solcherlei Weiterlesen
Marshal Crown – Band 46
Es war eine schlichte Beerdigung gewesen.
Die wenigen Trauergäste, die sich auf dem Friedhof von Stockdale eingefunden hatten, waren einfache Siedler und Farmer aus der Umgebung. Keine Familienangehörigen und auch niemand aus der Verwandtschaft der Toten. Die Ansprache des Reverends fiel deshalb dementsprechend kurz aus. Er las lediglich einen Absatz aus der Bibel vor, erwähnte dabei mehrmals den Namen der Toten und trat dann, während er das übliche »Asche zu Asche, Staub zu Staub« murmelte, auch schon wieder von dem offenen Grab zurück, damit die Trauernden Abschied nehmen konnten.
Der weizenblonde Mann, der sich ein halbes Dutzend Gräber von dem Geschehen entfernt hinter einem Weiterlesen
Marshal Crown – Band 45
Jesse Gibson richtete sein Fernrohr auf die Farm, während die silberne Sichel des Mondes immer höher gen Himmel stieg und das Land allmählich mit seinem kalten Licht überzog.
Yard um Yard studierte er das Anwesen, bis er schließlich zufrieden nickte.
Dann blickte er über die Schulter zurück und wartete, bis seine Männer herangekommen waren und ihre Pferde zügelten.
»Und?«, fragte Ricardo Perez, der vorderste der Reiter.
Marshal Crown – Band 44
»Wo willst du hin?«
Conrad Lindemann hatte seine Decke zurückgeschlagen und war gerade im Begriff sich zu erheben, als ihn die Stimme seiner Frau mitten in der Bewegung verharren ließ.
Langsam drehte er sich um.
»Ich will nur kurz nach den Tieren sehen, sie sind plötzlich so unruhig.«
Henriette, seine Frau, richtete sich jäh von ihrem gemeinsamen Nachtlager auf, das sie nach Einbruch der Weiterlesen
Marshal Crown – Band 43
Wagengeräusche klangen durch den neuen Tag, kaum dass die ersten Sonnenstrahlen den Himmel im Osten mit ihrem grellweißen Licht überzogen hatten.
Schnaubende Pferde, klirrendes Zügelwerk und lautes Peitschenknallen mischten sich mit dem Geräusch von eisenbeschlagenen Rädern.
Es dauerte dann auch nicht mehr lange, bis sich der verschwommene Punkt, der seit Sonnenaufgang am Horizont auf und ab tanzte, in eine wuchtige, hochrädrige Concord Postkutsche verwandelte, die rumpelnd durch das wüstenähnliche Land rollte.