Vom Staub des Wilden Westens zur universellen Hymne
Vom Staub des Wilden Westens zur universellen Hymne
Das Vermächtnis von Knockin’ on Heaven’s Door
In memoriam Torsten Low
Es gibt Lieder, die uns ein Leben lang begleiten, aber erst in den dunkelsten Momenten ihre volle emotionale Wucht entfalten. In den vergangenen Tagen lief mehrmals ein ganz bestimmter Song auf meiner Playlist. Der Anlass dafür ist ein unendlich trauriger: Der Tod meines Freundes und langjährigen Wegbegleiters Torsten Low hat eine Lücke hinterlassen, die sich nur schwer in Worte fassen lässt. Auf der Suche nach Trost, nach einem musikalischen Anker in einer aus den Fugen geratenen Welt, bin ich unweigerlich bei Bob Dylans Knockin’ on Heaven’s Door gelandet. Diese Kolumne widme ich Torsten – einem wunderbaren Menschen, der uns fehlen wird, dessen Erinnerung aber für immer bleibt.
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Dylans Meisterwerk, das längst seinen Schöpfer überwachsen und zu einem kollektiven Kulturgut der Menschheit geworden ist, Weiterlesen
Deutsche Märchen und Sagen 201
Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
279. Hildemarka
Im Soinewalde bei Brüssel, an der Stelle, wo man noch heute die Trümmer der Jackosburg sieht, wohnte vor Zeiten ein böser Waldgeist. Dieser entführte eines Tages eine Jungfrau edlen Geschlechts, die Hildemarka hieß und von ungemeiner Schönheit war. Er wollte sie zu seinem Weibe machen und sie zwingen, vor dem obersten Waldgeiste die Knie zu beugen. Doch das wollte Hildemarka nicht.
Sie sprach: »Töte mich und tu mit mir, was du willst. Ich will gerne den Tod erleiden um Christi willen.«
Bei diesem Entschluss beharrte sie auch trotz aller Zauberkünste, welche der Waldgeist anwandte, um sie zu verführen. Als er endlich sah, dass alles nichts half, versenkte er sie in einen siebenjährigen Schlaf. Nachdem diese Zeit nun um war, fragte er sie abermals: Weiterlesen
Der Kurier und der Detektiv – Kapitel 29
Allan Pinkerton
Der Kurier und der Detektiv
Originaltitel: The Expressman and the Detective
Chicago: W. B. Keen, Cooke & Co., 113 and 115 State Street. 1875
Kapitel 29
In Jenkintown gab es keine Atempause; der Kampf war in vollem Gange und verlief hervorragend. Das Frühstück im Hause Cox fiel spärlich aus. Selbst die Kinder wurden vernachlässigt, da alle Erwachsenen des Haushalts nach dem Buchhändler Ausschau hielten.
»Schwester Ann! Schwester Ann! Siehst du schon jemanden kommen?«, rief man immer wieder.
Ab und zu ging jemand zum Tor und blickte besorgt die Straße hinunter in Richtung Philadelphia. Mrs. Maroney wartete ungeduldig auf die Ankunft von Madam Imbert. Sie musste sich nicht lange gedulden, denn die Madam kam gleich nach dem Frühstück herunter. Mit ihrer gebieterischen Erscheinung und ihrem entschlossenen Gesichtsausdruck wirkte sie wie ein General, der Befehle erteilt. Sie war Weiterlesen
Eine Reise ins Jahr 2000 – Kapitel 22
William Wallace Cook
Eine Reise ins Jahr 2000
Kapitel 22
Tibilus zahlt die Zeche
Der scharfsinnige Kinch gab selten so rasch nach wie in diesem Moment. Es dauerte jedoch nicht lange, bis er sich wieder vollkommen im Griff hatte.
Er stürzte zur Tür und riss sie weit auf.
»Wo wollen Sie hin?«, fragten ein Dutzend Stimmen wie aus einem Munde.
»Mir den Mantel holen, wenn ich kann.«
»Die bringen Sie um, sobald sie merken, welcher Trick ihnen gespielt wurde«, sagte Mortimer.
Frankreichs eisiger Wilder Westen
Frankreichs eisiger Wilder Westen
Von der Pracht des Sonnenkönigs in die grüne Hölle Nordamerikas
Kerstin Groepers Historienroman Lilien über weißen Wegen – Die Eroberung Kanadas führt uns in ein historisches Pulverfass, das im kollektiven Gedächtnis viel zu oft vergessen wird. Die Autorin lässt uns mehr als nur einen Blick auf ein geopolitisches Drama werfen, das von der ersten bis zur letzten Seite fesselt.
Stellt euch vor: Man kehrt Europa den Rücken, lässt das Frankreich des Jahres 1665 hinter sich – eine Welt, die sich zunehmend um den absolutistischen Prunk von König Ludwig XIV. dreht – und betritt nach einer wochenlangen, entbehrungsreichen Überfahrt amerikanischen Boden. Doch statt des erhofften Paradieses in der Neuen Welt erwartet einen Nouvelle France, Neufrankreich. Es ist eine Kolonie, die kurz vor dem endgültigen Zusammenbruch steht.
Bevor wir in Kerstin Groepers neuesten, umfangreichen Roman eintauchen, müssen wir unser Augenmerk auf das historische Spielfeld richten. Die geopolitische Lage im Nordamerika des 17. Jahrhunderts präsentierte sich als hochkomplexes, brandgefährliches Schachspiel. Zwei massive existenzielle Krisen hielten die französische Krone damals im Würgegriff:
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