Die Bezwinger des Erdinneren – 1.05
Grigori B. Adamow
Die Bezwinger des Erdinneren
Aus dem Russischen
Erster Teil
Das außergewöhnliche Projekt
Kapitel 5
Der Aufbruch des Tiefengeschosses
Die Zeche Gigant hatte ihren Namen nach einer grundlegenden Rekonstruktion erhalten, bei der man ihre Tiefe auf einen Kilometer gebracht hatte. Das Bergwerk war nach dem neuesten Stand der Technik ausgerüstet. Der gesamte Prozess der Kohleförderung – der Abtransport, das Sortieren, die Förderung über Tage und das Verladen in die Waggons – war vollständig mechanisiert und automatisiert. Die menschliche Arbeit unter und über Tage war auf ein Minimum reduziert worden; der Mensch überwachte nur noch den Lauf der Maschinen. Ein Hochspannungsring, der das Dnepr-Wasserkraftwerk sowie sämtliche Elektrizitätswerke der Südukraine und des Donbass miteinander verband, versorgte die Zeche reichlich mit Strom.
Die Gespenster – Vierter Teil – 50. Erzählung
Die Gespenster
Kurze Erzählungen aus dem Reich der Wahrheit von Samuel Christoph Wagener
Allen guten Schwärmern, welchen es mit dem Bekämpfen und Ablegen beunruhigender Vorurteile in Absicht des Geisterwesens ernst ist, liebevoll gewidmet von dem Erzähler Friedrich Maurer aus dem Jahr 1798
Vierter Teil
Fünfzigste Erzählung
Das schreiende Kind in einer Gegend ohne lebendige Wesen
Bekanntlich treiben bei Weitem die meisten Gespenster ihr Unwesen im nächtlichen Dunkel. Es ist unstreitig gut, dass sie für ihre Neckereien gerade die Nachtzeit wählen, da die Menschen in der Regel schlafen und nur wenige ihren Belästigungen ausgesetzt sind. So wie es aber Menschen geben soll, die selbst am helllichten Tag und mit offenen Augen zugunsten des Gespensterwesens schlafen, träumen und faseln, so scheinen sich auch einige Geister nicht zu entblöden, am Tag ihren Unfug zu treiben. Eines dieser Gelichter schien im Frühjahr 1775 sein Mütchen an mir kühlen zu wollen.
Jim Jackson – Ein neuer Coup von Nottingham
Jim Jackson
Detektivgeschichten
Ein neuer Coup von Nottingham
Jim Jackson hatte sich geschworen, sich an Nottingham zu rächen – dem berüchtigten Attentäter, der versucht hatte, ihn durch eine geschickt am Türrahmen angebrachte Bombe zu töten. Der berühmte Detektiv war durch die Splitter des gefährlichen Sprengkörpers schwer verletzt worden und hatte reichlich Zeit gehabt, einen Plan zu schmieden, um seinem unerbittlichen Feind endgültig das Handwerk zu legen.
Seinerseits war auch Bloomsburg, Jims Assistent, nicht untätig geblieben. Nach der Explosion hatte er das unheimliche Haus durchsucht, in dem der Verbrecher seinen Anschlag verübt hatte, und einen Geheimgang im Keller entdeckt, der bis ans Ende der Straße führte. Auf diesem Weg war der Bandit entkommen. Mit unermüdlicher Geduld folgte Tom Bloomsburg seinen Spuren und erlangte schließlich die Gewissheit, dass sich der Schurke nach Paris geflüchtet hatte.
Das Gespensterbuch – Zwölfte Geschichte – Teil 4
Das Gespensterbuch
Herausgegeben von Felix Schloemp
Mit einem Vorwort von Gustav Meyrink
München 1913
Nikolaus Gogol
Wij, der Fürst der Dämonen – Teil 4
Der Philosoph war allein. Erst gähnte er ein paarmal, dann streckte er sich, blies in beide Hände und sah sich endlich in der Kirche um. In der Mitte stand der schwarze Sarg. Vor den dunklen Heiligenbildern brannten Kerzen, aber das Licht erleuchtete nur den Altar und warf einen schwachen Schimmer bis in die Mitte der Kirche. Der hohe altertümliche Altar machte einen recht gebrechlichen Eindruck; das durchbrochene und vergoldete Schnitzwerk hatte nur noch an ganz vereinzelten Stellen seinen Glanz bewahrt, die Vergoldung war stellenweise abgebröckelt oder nachgedunkelt. Die Gesichter der Heiligen waren ganz schwarz und blickten sehr düster und ernst aus den Rahmen. Der Philosoph sah sich noch einmal um.
Die Sage des Billy the Kid – Kapitel 15
Walter Noble Burns
Die Sage des Billy the Kid
Kapitel 15
In der Falle
Der Westen erlebte im Jahr 1880 die Blütezeit seiner Entwicklung. Die Tage der Planwagen waren vorbei, und die historischen Pfade von Oregon und Santa Fé gehörten der Vergangenheit an. Auf Schienensträngen strömten die Siedler nach Westen. Überall auf den einstigen Weidegründen der Büffel schossen Städte, Kirchen und Schulen aus dem Boden. Die Prärien wandelten sich in ertragreiches Farmland: Kansas, Nebraska und Dakota hatten sich zu wohlhabenden Agrarstaaten entwickelt. Der Zustrom der Einwanderer ergoss sich nach Texas, Colorado, Wyoming, Montana und weiter nach Utah, Idaho, Kalifornien sowie in die Regionen des Pazifischen Nordwestens. Land war billig, vielerorts sogar kostenlos; Wohlstand und eine eigene Farm lockten jeden, der bereit war zu arbeiten. Mit verlockender Stimme rief der Westen Mittellose wie Reiche, Investoren wie Arbeiter zu sich. Es war das letzte große Schlaraffenland dieses Kontinents, und westlich des Missouri herrschte reine Aufbruchstimmung.

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