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Rezension - Tharador

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Sascha Vennemann | Anke Brandt

Stephan R. Bellem
Die Chroniken des Paladins 1
Tharador

Fantasy, Taschenbuch
Otherworld Verlag, August 2007
351 Seiten / 9,95 Euro
ISBN: 978-3950218565

Fans vom „Herrn der Ringe“ und „Harry Potter“ dürsten immer wieder nach neuer Fantasy-Lektüre und einige kleine Verlage aus Deutschland haben sich dieser Kundenschicht angenommen. So auch der kleine Otherworld Verlag, der seit einiger Zeit die Freunde Fantasy-lastiger Literatur mit Nachschub versorgt.
Eine der jüngsten Erscheinungen ist der erste Teil des geplanten dreiteiligen Zyklus „Die Chroniken des Paladins“ von Stephan R. Bellem. Dieser Erstling des mit 26 Jahren noch jungen Autors entführt uns auf den mystischen Kontinent Kanduras. Tharador, Mitglied der Stadtwache der Stadt Surdan, hat seit einiger Zeit seltsame Träume, die ihn vor ein Rätsel stellen. Gerade als er desertieren und seinen Visionen nachgehen will, wird die Stadt von Orks überrannt. Der dunkle Magier Xandor steckt hinter dem Angriff. Doch während es sich die Orks in Surdan gemütlich machen, marschieren die Goblins weiter nach Süden, um den Menschen noch mehr zuzusetzen. Tharador und seine Freunde treffen indessen auf den kampfeslustigen Zwerg Khalldeg und hören im Elfenwald von der düsteren Vergangenheit Kanduras: Throndimar, ein Krieger, der zum Gott wurde, ist Tharadors Vater und besiegte einst einen dunklen Magier. Dabei wurde ein mächtiges Artefakt in einer Festung im Gebirge verborgen. Xandor scheint hinter dem Gegenstand her zu sein. Tharador und seine Elfen- und Zwergenfreunde ziehen los, um das zu verhindern.

Zugegeben: Stephan R. Bellem erfindet hier das Rad nicht neu. Sowohl die Charaktere und Fremdvölker sind mit denen von Tolkien entworfenen fast identisch. Auch die Geschichte ähnelt vom Aufbau her dem „Herrn der Ringe“ doch unverkennbar. Dennoch erzählt „Tharador“, spannend und mit ordentlichen Actioneinlagen gespickt, eine phantasievolle und mysteriöse Geschichte, die Lust darauf macht, dem Halbgott und seinen Gefährten weiter zu folgen. Abgerundet durch ein Personenregister und die fast schon obligatorische Karte des Landes Kanduras (natürlich von Helmut W. Pesch!) lohnt sich „Tharador - Die Chroniken des Paladins“ sicher für alle Fantasyfans – und solche, die es werden wollen.

Bewertung:



© Sascha „Andro“ Vennemann

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Stephan R. Bellem
Die Chroniken des Paladins 1
Tharador

Fantasy, Taschenbuch
Otherworld Verlag, August 2007
351 Seiten / 9,95 Euro
ISBN: 9783950218565

Als die Orks unter ihrem König Ul’goth Surdan überfallen und einnehmen, ist Tharador schon auf dem Weg in den Norden. Der ehemalige Kommandant der Stadtgarde folgt seiner Bestimmung, die er zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht kennt. Anfangs begleitet ihn einer seiner besten Freunde, doch schon bald treffen die beiden auf Khalldeg, den Berserkerzwerg und Sohn des Zwergenkönigs. Khalldeg schließt sich den beiden Gefährten ungefragt an. Noch kennen die drei die tatsächliche Gefahr, die Kanduras tatsächlich droht, nicht, doch das ändert sich sehr schnell, als der Zauberer Xandor das Geschehen betritt. Der Magier ist von dem Wunsch zerfressen, die Macht über ganz Kanduras zu erlangen. Dafür benötigt er aber das Buch Karand, doch dieses ist versteckt und unter einem Zauberbann verborgen und unerreichbar für Xandor.
Xandors Gegenspieler Gordan, ebenfalls ein Magier und sein ehemaliger Lehrer, weiß um das Buch Karand. Gordan versteckt sich bei den Elfen, wo er, wie das Buch selbst, vor Xandor verborgen bleibt. Gordan ist jedoch sicher, dass sein Schüler das Buch eines Tages finden wird, denn Xandors Magie wächst von Tag zu Tag.
Als Gordan erkennt, wer Tharador wirklich ist, greift er in das Geschehen ein. Er eröffnet ihm sein wahres Ich und bereitet ihn auf seine Bestimmung vor. Allerdings begleitet er Tharador nicht selbst, sondern stellt ihm den Elf Faeron zur Seite. Nun liegt es in den Händen eines Menschen, eines Elfen und eines Zwerges, einen ganzen Kontinent vor dem Verderben zu retten.

Die kurze Zusammenfassung zeigt sofort, dass sich Stephan Bellem hier der klassischen Quest bedient. Nun könnte man meinen, dass es das alles schon gegeben hat. Doch auch wenn viele Elemente bekannt vorkommen, so schafft der Autor mit »Tharador« es doch, seine ganz eigene Geschichte zu entwickeln. Das sehe ich als Leser am Positivsten, hier wird nicht versucht, das Rad neu zu erfinden, sondern hier kommen alle Leser von R.A. Salvatore, Raymond Feist und J.R.R. Tolkien, um nur einige zu nennen, voll und ganz auf ihre Kosten. Das ist klassische Fantasy, wie ich sie mir als Liebhaber der Bücher der genannten Autoren wünsche.
Was macht das Buch nun so lesenswert? Da sind zunächst die Protagonisten. Stephan Bellem gelingt es bei allen Charakteren, ihnen eine eigene Identität zu verschaffen. Sie alle werden sehr detailliert beschrieben und vielleicht liegt es daran, dass sie alle nicht vollkommen sind, dass sie dafür umso liebenswerter erscheinen. Im Gegenzug wird Xandor neben einigen anderen Figuren dafür umso finsterer beschrieben. Gut und böse werden klar abgegrenzt, dennoch bergen alle Charaktere Zweifel in sich, die unter bestimmten Umständen die Handlung beeinflussen und deshalb keine Schwarz-Weiß-Malerei entsteht.
Aber auch die Geschichte selbst ist äußerst spannend aufgebaut. Nichts bleibt dem Zufall überlassen, jeder Schritt scheint genau durchdacht. Die Beschreibung der Kampfszenen ist wohldosiert und bringt genau die richtige Portion Action in die Handlung ein.

Fazit:
Tharador ist genau die Sorte Fantasy, die diesen Begriff einst in Deutschland geprägt hat. Der Autor wartet nicht mit neuartigen Überraschungen auf, sondern präsentiert eine unterhaltsame, solide, spannende und damit überaus lesenswerte Story im Stile der ganz großen Sagas der Fantasy.
Für mich war das Buch eine angenehme Überraschung und ich freue mich nun auf den 2. Band.

Bewertung:



© Anke Brandt

 

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